Nachhaltige Standards für Daunenprodukte

Sie halten warm, sind atmungsaktiv und lassen sich gut verpacken – Daunen werden im Outdoor-Bereich gerne als Füllmaterial genutzt. Denn sie sind nicht nur leicht, sondern lassen sich auch sehr klein drücken, was speziell für Schlafsäcke oder Jacken perfekt ist. So praktisch die Daunen auch sind, so problematisch ist jedoch ihre Gewinnung. Aus diesem Grund setzen immer mehr Hersteller auf nachhaltige Standards für eine verantwortungsvolle und artgerechte Tierhaltung.

Die Gewinnung der Daunen war in der Vergangenheit sehr grausam und bleibt auch weiterhin umstritten. Um an das begehrte Untergefieder der Enten und Gänse zu kommen, wird nicht nur in Kauf genommen, die Tiere in Massen zu töten, sondern diese auch lebendig zu rupfen. Zuvor werden die Tiere unter brutalen Umständen in Zuchten gemästet.

Traceable Down Standard

Unternehmen wie zum Beispiel Patagonia versuchen Standards zu entwickeln, um die Umstände der Tierquälerei zu vermeiden. Mit dem Traceable Down Standard (TDS) hat Patagonia den strengsten Standard weltweit entwickelt. Von Unternehmen und Interessenverbänden der Industrie, Tierschutzorganisationen und anderen NGOs weiterentwickelt und 2015 von der NSF International, der US-amerikanischen Zertifizierungsorganisation übernommen, agiert er nun als eigenständiger Standard.

Es wird kontrolliert, dass weder Lebendrupf noch Stopfmast in der Produktion vorgenommen werden. Die hundertprozentige Transparenz der gesamten Lieferkette stellt sicher, dass auch die Elterntiere nach diesem Standard behandelt werden. Seit 2014 garantiert Patagonia nur Daunen mit Herkunftsnachweis für die Produktion zu verwenden. „Wir kontrollieren sie von den Elterntierfarmen bis zum Kleidungshersteller, um sicherzustellen, dass die Vögel nie zwangsgefüttert oder lebend gerupft wurden.“

RDS – Responsible Down Standard

Ebenso hat The North Face einen neuen Standard für die Gewinnung von Daunen mitentwickelt. Der Responsable Down Standard (RDS) ist eine sehr strenge Zertifizierung, nach der sich mittlerweile viele Firmen richten. Nach ihm dürfen keine Daunen verwendet werden, die aus Zwangsfütterung oder Lebendrupf gewonnen wurden. Auch hier wird die gesamte Lieferkette überwacht und muss nach den vorgegebenen Auflagen handeln. Ziel des Standards ist es, unnötige Tierquälerei zu verhindern und die Produktion transparent für Unternehmen sowie Kunden zu machen. Der Unterschied zum Global TDS besteht darin, dass die Tierwohl-Auflagen noch nicht für die Elterntiere gelten.

Vaude ist nicht nur in vielen anderen Nachhaltigkeitsbereichen Vorbild, das Unternehmen produziert auch seit 2016 nur mit RDS-zertifizierten Daunen. Weitere Marken, die RDS-zertifizierte Daunen nutzen, sind: Bergans, Mammut, Deuter, Haglöfs, DynafitMarmot, Outdoor Research und Salewa.

Re:Down

Ein weiterer Ansatz die Tiere zu schonen ist Re:Down. Dabei werden Daunen z.B. aus ausgedienten Bettprodukten oder Schlafsäcken recycelt. Die gesammelten Daunen werden gewaschen und sterilisiert. So aufbereitet erfüllen sie schließlich wieder die gleichen Leistungsstandards wie neue Daunen. Re:Down recycelte Daunen verwendet unter anderem der Outdoor-Hersteller Mammut.

Alternativen zu Daunen

Da trotz der Auflagen nur schwer verhindert werden kann, dass wirklich keine Lebendrupfdaunen verwendet werden und auch die Daunen von toten Tieren mit Leid verbunden ist, sollte jedoch auf andere Materialen zurückgegriffen werden. Neben pflanzlichen Daunen, die aus Kapok hergestellt werden, kommen Alternativen wie Polyester, Viskose, Primaloft, Lyocell oder Baumwolle zum Einsatz. Diese isolieren selbst im nassen Zustand noch, anders als echte Daunen, die diesen Effekt verlieren. Marken wie PYUA oder Marmot versuchen mit recycelten Kunstfasern vergleichbare Outdoorkleidung herzustellen, z.B. die Eco Featherless Kollektion von Marmot.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.